Der Gattung Vanilla, zu der ungefähr 110 Arten gehören, entstammt das Gewürz Vanille. Gewonnen wird das Gewürz aus aromatischen Kapseln, die fermentiert erscheinen. Diese können an 15 Pflanzen gefunden werden. Bei diesen Kapseln wird in der Regel von Vanilleschoten gesprochen. Oft wird von der Vanille als „Königin der Gewürze“ gesprochen. Dabei handelt es sich dann um Schoten in Stangenform. Nur Safran ist teuer als diese spezielle Form des Gewürzes. Daher wird oft auch Vanillin, der Aromastoff von Vanille aus der künstlichen Herstellung stammen.

Vanille PasteBesonders von Bedeutung ist hier die Gewürzvanille mit der Schoten erzeugt werden. Ihren Ursprung hat dieses Gewürz in Mexiko sowie in Mittelamerika. Doch in den heutigen Tagen liegen die Anbaugebiete auf einigen Inseln, die im indischen Ozean liegen. Besser bekannt ist die Gewürzvanille unter dem Namen Bourbon-Vanille. Im wirtschaftlichen Sinne von Bedeutung sind ebenfalls die Tahiti-Vanille und die Guadeloupe-Vanille, wobei deren aromatische Eigenschaften eher bei Parfüms während der Herstellung berücksichtigt werden. Dabei sind sie besonders oft im Fond des Duftes zu finden.

Noch bevor Europäer das erste Mal den Bogen von Mexiko betraten, war Vanille den mexikanischen Einwohnern bekannt. Heute erfolgt der Anbau von Vanille auf Plantagen, wo die Länge der Früchte bis zu 30 Zentimeter betragen kann. Bevor die Schoten, im botanischen Sinne Kapselfrüchte, ihre Reife erreicht haben, werden sie geerntet. Zu diesem Zeitpunkt ist ihr Aussehen von einer gelbgrünen Farbe bestimmt. Doch Aroma und Geschmack sind noch nicht so, wie es der typischen Vanille vorbestimmt ist.

Die Schote

Innerhalb der Schote befindet sich zunächst eine ölige Flüssigkeit, von der Samenkörner umgeben sind. Allein schon diese Flüssigkeit, auch als Mark bekannt, enthält bereits viel vom Aroma und vom Geschmack der Vanille. Um viel von diesem Aroma zu erhalten, empfiehlt es sich, Schoten der Länge nach aufzuschneiden. Nun sollte alles rund um die Samen herausgekratzt werden. Doch der größte Anteil des Aromas ist in der Hülle gegeben und kann durch Aufkochen gewonnen werden. Zum Erzielen dieses Effektes kann beispielsweise Sahne gewählt werden. Außerdem ist es nunmehr möglich, Vanillesauce herzustellen und die Aromastoffe dabei einzusetzen. Dabei kann die Schote, abgewaschen und in trockenem Zustand, nicht nur einmal eingesetzt werden. Eine besondere leckere Variante stellt außerdem der Einsatz des Aromas zum Aromatisieren von Zucker dar. Dazu sollte eine Schote mit Zucker zusammen in einem Glas aufgehoben werden, das während der gesamten Zeit fest und somit luftdicht verschlossen ist. Damit jedes einzelne Zuckerkörnchen vom Aroma der Vanille umgeben wird, sollte das Glas des Öfteren geschüttelt werden.

Als Gewürz

Vanilleschoten ExtraktZunächst einmal gelangt die Vanille in Kakao und Schokolade zur Anwendung. Dort wird diese eingesetzt, um den Geschmack der beiden Produkte zu erhöhen. Hierbei wird praktisch eine Tradition fortgeführt, die mindestens schon zu Zeiten der Inkas einen hohen Wert besaß. Daher dauerte es nicht lange, bis auch der europäische Raum den hohen Wert von Vanille erkannte. Zu Zeiten von Elisabeth der Ersten begann die immer stärkere Verwendung von diesem Gewürz in Süßspeisen, wie beispielsweise Puddings und Cremes. Die beliebte Eissorte gibt es nunmehr schon seit dem 19. Jahrhundert. Auch heute ist Vanille ein unverzichtbares Gewürze im Hinblick auf die Vielzahl verschiedener Lebensmittelprodukte. Interessant dürfte dabei die Information sein, dass Coca-Cola den meisten Bedarf hat.

Im 20. und 21. Jahrhundert hat sich die Verwendung von Vanille weiter ausgedehnt. Schließlich brachte die moderne Küche weitere Neuentwicklungen in der Vielfalt der Gerichte mit sich. So ist einer der vielen Vorzüge des Gewürzes, eine gewisse Milde zu besitzen. Insbesondere weiße Fleischgerichte oder Fischgerichte, wie beispielsweise Lachs mit seinen vielfältigen Variationen, werden so zu einer besonderen Delikatesse. Diese Effekte können unter anderem dadurch hervorgerufen werden, wenn eine Vanilleschote – ganz oder auch nur zur Hälfte – in eine Flüssigkeit eingelegt wurde. Möglicherweise kann dies zum Beispiel Öl sein.

Die Qualität

Es kann bei der Qualität der Vanille durchaus Unterschiede geben, die sich ganz deutlich abzeichnen. Dabei kommt es darauf an, um welchen Produzenten es sich handelt und welches Land der Herkunft gegeben ist. Jedoch ist in erster Linie entscheidend, um welche Form der Vanille es sich handelt.

So gibt es beispielsweise die Bourbon-Vanille, die in afrikanischen Regionen zu Hause ist. Zu finden ist sie beispielsweise in Madagaskar und auf Mauritius. Diese Sorte wird ganz besonders in Europa geschätzt. Schließlich ist das Aroma intensiv und strahlt zugleich eine gewisse Harmonie aus. Führt die Reise durch die Welt nach Amerika, so fällt auf, dass hier die mexikanische Vanille die Menschen anzieht. Diese überzeugt unter anderem durch ihre besondere Süße. Die Tahiti-Schoten sowie die indonesischen Schoten werden durch ihre Aromen in der Kosmetikindustrie, der Parfümindustrie sowie der Spirituosenindustrie zum Einsatz gelangen.

Ganz gleich welche Sorte einer Stange Vanille vorliegt, sie sollte bestimmte Eigenschaften besitzen. Elastisch und lederartig sollte das Aussehen einer Stange gewährleistet sein. Ferner spricht es für die Qualität einer Vanillestange, wenn Kristalle ausgeschwitzt werden und somit für das Auge in ungleichmäßiger Form zu erkennen sind.

Speisen können außerdem noch mit gemahlener, sowie mit flüssiger Vanille, erhältlich in Flaschen, gewürzt werden. Gerade bei vielen Rezepten ist die Vielfalt wirklich grenzenlos und lädt zum Ausprobieren neuer Speisenkreationen ein.

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