Sie ist doch wohl bekannt, die Tomate, die mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt wird. Mitunter wird sie die Tomatenstulle gegessen oder vielleicht auch ein Tomatensalat. So vielfältig die Möglichkeiten des Verzehrs sind, so vielfältig ist auch ihre Geschichte.

Zur großen Familie der Nachtschattengewächse gehört, neben vielen weiteren Gewächsen, die Pflanzenart Tomate. Somit besteht unter anderem eine enge Verwandtschaft mit der Kartoffel, dem Tabak sowie der Tollkirsche. Während einer sehr langen Zeit galt die Tomate noch als Goldapfel, wobei ein weiterer Name der „Liebesapfel“ war. Erst die Zeit des 19. Jahrhunderts brachte dieser Pflanze den Namen „Tomate“ ein. Entstanden ist dieser aus dem Wort „xitomatl“. Damit wurde in der Sprache der Azteken „Nahuatl“ die Frucht bezeichnet. Die Bezeichnung Tomate hat die Zeit bis heute überdauert, wobei einige botanische Namen, wie Solanum esculentum, heute nicht mehr verwendet werden.

Beschaffenheit der Tomate

Tomaten besitzen zunächst ein krautiges Aussehen. Sie können als einjährige oder zweijährige Pflanze auftreten. Gelegentlich kann die Tomate auch als ausdauernde Pflanze erscheinen. Während des Wachsens zeigt sich das Bild der Pflanze zunächst aufrecht. Im späteren Wachstum wechselt das Bild von niederliegend auf kriechend. Dabei können verschiedene Äste sogar eine Länge erreichen, die bei etwa vier Metern liegt. Die Pflanze kann einen sehr starken Geruch entwickeln.

Maximal etwa zehn Zentimeter beträgt die Länge der Blütenstände, die jeweils bis zu 15 Blüten tragen können. Ist die Blütezeit erreicht, dann präsentieren sich die Kronlappen mit einem abstehenden Bild. Möglich sind Früchte mit einer Größe von 1,5 bis etwa 2,5 Zentimeter, die im Durchschnitt gegeben sind.

Sogar bis zu zehn Zentimeter große Früchte sind möglich, wenn die Kultivierung der Tomatenpflanze gegeben ist. Die in der Regel kugelförmigen Früchte sind zumeist zweikammerig. Und doch können die Form und/oder die Kammeranzahl unterschiedlich ausfallen. Im gereiften Zustand kann die Frucht die Farben des kräftigen Rots, Gelb oder des dunklen Orange annehmen. Zugleich befinden sich in den Früchten unzählige Samen, die nur wenige Millimeter lang sind.

Geschichte der Tomate

Mittel- und Südamerika sind die ursprüngliche Heimat der Tomate. Dabei liegt die Heimat der wilden Formen dieser Früchte im Norden von Chile verbreitet, wobei dieses Gebiet bis Venezuela reicht. Dort sind die Früchte dann somit beheimatet. Wie vielfältig die Kultur der Tomate ausfallen kann, zeigt sich insbesondere in Mittelamerika. Einst waren es die „xitomatl“, die dort kultiviert wurden. Verantwortlich dafür waren die Maya und verschiedene andere Völker, die in der Zeit des zweiten Jahrhunderts v. Chr. bis zum 7. Jahrhundert n. Chr. lebten. Als in späteren Jahrhunderten Ausgrabungen im Süden von Mexiko-Stadt erfolgten, wurden während dieser Zeit Samen dieser Früchte gefunden. Ausgeführt wurden diese Arbeiten im Tehuacan-Tal.

Im Mittelalter gewann die Pflanze nach dem Jahr 1492 an Bedeutung, so dass die ersten Pflanzenbeschreibungen nur wenige Jahre auf sich warten ließen. Dies geschah in den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts, wobei die Italiener maßgeblich an den Beschreibungen beteiligt waren. Allerdings stand damals der Begriff des „Goldenen Apfels“ im Vordergrund, als der Arzt und Botaniker Pietro Andrea Matthioli die Beschreibung im Jahr 1544 verfasste. Eine weitere Bezeichnung führte er nur zehn Jahre später ein, bei der es sich um den Namen „Mala aurea“ handelte. Ferner beschäftigte sich Georg Oelinger im Jahr 1553 mit den Tomaten, indem er sie malte. Der Mediziner Leonhart Fuchs, der sehr pflanzenkundig war, und der Naturforscher Conrad Gessner verfassten weitere Beschreibungen und zeichneten die Tomate auch.

Zahlreiche weitere Namen waren zur damaligen Zeit gerade in der Literatur für die Tomate geläufig. Gesprochen wurde dabei oft von der „mala peruviana“ oder vom „pomi del Peru“, was zum peruanischen Apfel führte. Kam die Rede auf den Liebesapfel, so wurde oft beispielsweise von einem „pomme d’Amour“ gesprochen.

Die Gattung Solanum rückte bei der Arbeit der Botaniker immer mehr in den Mittelpunkt. Schließlich konnten Botaniker eine Verbindung zur Tomate feststellen. Dadurch fiel für die Tomate oft auch die Bezeichnung der „Solanum pomiferum“.

Als die Pflanze endgültig im 17. und im 18. Jahrhundert in Europa Einzug gehalten hatte, wurde sie insbesondere als Zierpflanze anerkannt. Die Tomate stand bei medizinischen Anwendungen nicht unbedingt im Mittelpunkt. In einem von Tournaforts übersetzten Buch wird jedoch davon gesprochen, dass die Tomaten bereits um das Jahr 1719 gegessen wurden. Schon zum Ende dieses Jahrhunderts wurde die Tomate in der Encyclopädia Britannica festgehalten. Bei diesem Eintrag wurde davon gesprochen, dass diese Frucht nun in der Küche ganz normal für den täglichen Gebrauch verwendet wird.

Schon um das Jahr 1900 erlebte auch Deutschland die Kraft der Tomaten, als diese als Lebensmittel immer bekannter wurde. Dabei lag der Schwerpunkt der Verwendung besonders im südlichen Bereich von Deutschland. Saucen, Salate und Suppen bekamen damit eine viel feinere Note.

Sortenvielfalt der Tomate und Zucht

Die Auswahl an Sorten der Tomate erscheint fast grenzenlos zu sein, da es allein 2.500 Sorten gibt. Dabei gibt es die gleiche Anzahl an Sorten, die gezüchtet wurden. Jedoch gibt es für diese keine Anmeldung, so dass sie namenlos geblieben sind. Das umfangreiche Angebot wird jährlich um viele neue Sorten erweitert.

Wer sich mit dem Züchten von Tomaten beschäftigt, kann eine Reihe von Zielen haben, die ihn antreiben. So kann die neue Züchtung beispielsweise im Hinblick darauf entwickelt werden, dass sie mit verschiedenen Umwelteinflüssen besser klar kommt. Andere Gründen können unter Umständen die schnellere Entwicklung der Frucht oder die einheitliche Sortierung sein.

Variationen der Tomaten

Die Welt der Tomaten kann in verschiedene Kategorien eingeteilt werden. Mögliche Unterteilungen sind:

Fruchtform

Erscheinen können die Früchte beispielsweise dabei in runder und glatter Form, wobei es sich um die normale Tomate handelt. Flachrund und glatt ist das Aussehen der Fleischtomate. Zu den weiteren möglichen Fruchtformen zählen unter anderem die ovale oder die pflaumenförmige Tomate in Form der Eiertomate. Eine weitere Sorte ist die Kirschtomate, deren Aussehen von einer Birnenform bestimmt wird.

Tomatensorten

Normale Tomaten:

Sie erscheinen stets knackig und saftig. In der Regel haben sie eher einen säuerlichen Geschmack und werden stets für Salate verwendet.

Fleischtomaten:

Diese Früchte haben eine nicht so gelungene Form. Oft werden diese Tomaten für Suppen, Geschmortes oder Saucen eingesetzt. Der Sommer im Süden schenkt den kulinarischen Gerichten die schönsten Tomaten.

Eier- oder Flaschentomaten:

Aus dem Mittelmeerraum stammen die Eier- oder Flaschentomaten, wo sie besonders in Salaten und Saucen zur Geltung kommen. Als geschälte Dosentomaten sind diese Früchte besonders bekannt.

Kirschtomate:

Ein Highlight stellt die Kirschtomate inzwischen dar, die von vielen Menschen als Tomate überhaupt noch mehr als die normale Tomate geschätzt wird. Außerdem ist diese Kirschtomate ein ideales Dekorationsmittel für kalte Platten.

Strauchtomate:

Viele Variationen gibt es inzwischen von den Strauchtomaten, die relativ robust sind und schon mit rötlicher Farbe geerntet werden können.

Größe

Eine Tomate kann eine unterschiedliche Anzahl von Fruchtkammern besitzen. Während die Kirschtomate zwei bis drei dieser Kammern besitzt, kann die Fleischtomate zwischen drei und sechs Fruchtkammern vorweisen.

Farbe

Es können Tomaten in den verschiedensten Farben zur Anwendung in der Küche gelangen. So gibt es diese Früchte in weiß, gelb, orange, rot und rosa. Doch auch in violett, grün, braun und schwarz sind die Tomaten erhältlich. Außerdem gibt es diese Früchte in gestreifter und marmorierter Farbe.

Farbverteilung

Möglich ist die einfarbige oder die mehrfarbige Frucht, die in der Regel einen grünen Ansatz besitzt, wo der Stängel ist. Getigert oder gefleckt sind weitere Farbverteilungen.

Wuchstyp

Die Früchte können praktisch als Stab- oder als Buschtomate gezogen werden. Dabei ist das Ziehen einer Stabtomate auch an einer Schnur möglich. Außerdem gibt es diese Früchte unbegrenzt wachsend, das so genannte indeterminiert, oder begrenzt wachsend, also determiniert.

Reifetyp

Die Tomate kann in der Frühe reifen, mittereifend oder spätreifend auftauchen. Geerntet werden können die Tomaten lose oder als Trosstomate, bei der oft von einem Rispenparadeiser gesprochen wird.

Verwendung der Tomate

Um eine Tomate zu verwenden, gibt es vielfältige Möglichkeiten. Zum Beispiel kann die Tomate den Garten oder den Balkon als Zierpflanze verschönern. Neben der Möglichkeit, Tomaten selbst zu pflücken, können diese Früchte direkt verkauft werden. Unter anderem ist es außerdem möglich, Tomaten zu dörren.

Eignung für die Ernte

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Tomaten zu ernten. Sie können lose mit oder ohne Blütenkelch geerntet werden. Außerdem können die Früchte zum Beispiel als Traube geerntet werden.

Ideale Bedingungen zur Anpflanzung

Hervorragende Ergebnisse bei der Kultivierung der Tomaten können erzielt werden, wenn die beeinflussenden Faktoren so optimal wie möglich gestaltet werden. Es muss eine ausgeglichene und zugleich kontinuierliche Versorgung mit Nährstoffen erfolgen. Außerdem sollten viel Licht und eine angenehme Temperatur gegeben sein. Der Boden, in dem die Anpflanzung stattfindet, sollte bis ungefähr 50 Zentimeter tief sein. Beim Boden sollte zudem darauf geachtet werden, dass dieser nicht frisch mit einer Kalkung versehen wurde. Es sollte eine Temperatur von mindestens 14 °C beim Boden gegeben sein. Schon diese günstigen Verhältnisse ermöglichen eine ziemlich rechtzeitige Ernte. Wichtig ist dafür allerdings ebenso das Bewässern, das auf einer gleich bleibenden Menge erfolgen sollte. Unter diesen Bedingungen werden die Früchte im Bild von einem gleichen Wachstum bestimmt.

Werden die Pflanzen nicht gleichmäßig bewässert, kann sich das ungünstig auf die Schalen der Früchte auswirken. Die mögliche Folge in späteren Momenten das Platzen der Schale der Tomaten sein. Möglich ist außerdem das Züchten von Tomaten mit Salzwasser. Als Resultate können hier der bessere Geschmack und ein gesundheitsfördernder Effekt genannt werden.

Der Anbau von Tomaten

Der Tomatenanbau hat sich in den letzten Jahren verändert, was insbesondere im Bio-Landbau deutlich wird. Die Aufmerksamkeit richtet sich hierbei auf die Zeit, als die Tomate Einzug in die Küchen dieser Welt hielt. Damals gab es einige Sorten, die für lange Zeit nicht mehr auf dem Markt zu finden waren. Jetzt sind diese Sorten wieder auf dem Markt zu finden, wobei ein Kilo Tomaten schon einmal zehn Euro kosten kann.

Vor wenigen Jahren haben bereits Geschäfte in der Schweiz eine Sorte im Angebot gehabt. Erhältlich sind in Deutschland inzwischen die als wilde Tomaten bekannten Früchte, wobei der Besuch in einem Fachgeschäft erfolgen sollte. Diese Sorten haben schon aufgrund der hohen Qualität des Geschmacks viele Liebhaber gewonnen. Oft handelt es sich dabei um Produkte, die ganz besonders im Hobbybereich geschätzt werden.

Der Züchtung wird noch weitere Aufmerksamkeit zukommen. Dabei wird natürlich auch die Qualität ständig kontrolliert. Schließlich soll beispielsweise immer wieder der Geschmack verbessert werden oder eine kräftigere Farbe gefunden werden. Dazu werden dann stets auch geschulte Geschmackstester eingesetzt werden. Im Mittelpunkt stehen also die Qualitäten, die sich Innen sowie auch außen zeigen können.

Sehr häufig erfolgt außerdem der Anbau von kleinen Tomaten in Kleingärten. Bei den hier zu findenden Früchten handelt es sich zum Beispiel um Johannisbeertomaten sowie um Kirschtomaten.

Inhaltsstoffe der Tomaten

Der wichtigste Bestandteil der Tomate ist zunächst Wasser, vom dem die Frucht etwa 95 Prozent vorweisen kann. Wie viele Gemüsesorten, besitzt auch die Tomate einen hohen Vitaminanteil. Es sind dies nämlich die Vitamine A, B1, B2, C, E und Niacin. Dazu kommen sekundäre Pflanzenstoffe sowie Mineralstoffe wie Kalium. Weitere Mineralstoffe können beispielsweise Calcium, Magnesium, Natrium und Phosphor sein.

Die Tomate ist die Grundlage zur Herstellung von Tomatenmark. Ebenso wird aus diesen Früchten Tomatensaft und Tomatenketchup hergestellt. Nicht ratsam ist es, den Stiel sowie den grünen Teil und das Kraut zu verzehren. Auch bei der Zubereitung von Gerichten sollten diese Teile von der Tomate entfernt werden.

Unter dem großen Angebot an Tomaten befinden sich Früchte, die von Anfang an auch außen grün sind. Hier findet der Reifungsprozess in umgekehrter Reihenfolge statt, so dass die Früchte von innen zu reifen beginnen. Stückweise schreitet der Reifeprozess voran, so dass die Frucht zum Schluss von außen reift. Aus einer Tomatenart, die von den Galapagos-Inseln stammt, sollen diese Früchte gezüchtet worden sein.

Lagerung von Tomaten

Etwa 13 bis 18°C ist die Temperatur, bei der die Lagerung der Früchte am idealsten erfolgen kann. Dabei sollte die Luftfeuchtigkeit einen Wert von mindestens 80 Prozent besitzen, während sie maximal 95 Prozent nicht übersteigen sollte. Bei diesen Werten können Tomaten bis zu 14 Tagen gelagert werden, ohne dass ihre Haltbarkeit darunter leidet. So gut wie alle ihre wertvollen Inhaltsstoffe bleiben auf diesem Wege erhalten, wobei sich eine Lagerung im Kühlschrank eher ungünstig auswirkt.

Die Lagerung der Tomaten sollte nicht allzu lange andauern. Schließlich verändert sich das Aussehen der Haut in der Form, das diese schrumplig und immer dünner wird. In diesem Zusammenhang lässt das zusammenfallende Fruchtfleisch den Eindruck einer matschigen Frucht entstehen.

Diese Früchte sollten zu keinem Zeitpunkt mit anderen Sorten von Obst oder Gemüse gelagert werden. Es wird nämlich das süßlich riechende Gas Ethen ausgeschieden. Durch dieses Gas wird der Stoffwechsel anderer Obst- und Gemüsesorten beschleunigt. Dies führt nicht nur zu einem schnelleren Reifevorgang. Die Folge des Kontakts mit diesem Gas leitet auch das Verderben von Obst und Gemüse ein.

Herkunft der Tomate beziehungsweise Produktion

Ein ziemlich hoher Anteil an Tomaten wird in den Ländern der Europäischen Union produziert. Führend sind dabei Italien, Spanien mit den Kanarischen Inseln sowie Griechenland. Ebenso führend sind die Niederlande, die einen unglaublich hohen Anteil der Produktion in Gewächshäuser erzielt.

Die immer stärker werdende Produktion von Tomaten in der Welt wird von der Volksrepublik China dominiert. Von der weltweiten Produktion in Höhe von 120 Millionen Tonnen werden allein in China etwa 31 Millionen Tonnen produziert.