Rosmarin ist ein Kraut, das ganz besonders in der mediterranen Küche geschätzt wird. Dies liegt schon an der besonderen Herkunft der Pflanze, die aus der Gattung Rosmarinus stammt. Gleichzeitig ist die Pflanze ein immergrüner Halbstrauch, der sich als Familienmitglied der Lippenblütler vorstellt.

Anhand des Namens wird bereits die erste Verbindung zum mediterranen Flair verdeutlicht. Schließlich bedeutet Rosmarin in der Übersetzung „Meertau“, wobei „Ros“ mit „Tau“ und „marinus“ mit „Meeres“ übersetzt wird. Es entsteht also die Kombination „Tau des Meeres“. Zum Namen Rosmarin soll es gekommen sein, da die Sträucher der Pflanze an den Mittelmeerküsten zu finden sind. In der Nacht können Ansammlungen von Tau auf den Blüten gefunden werden.

Im Namen von Rosmarin verbirgt sich noch eine weitere interessante Geschichte, was den Namen angeht. Und das führt ins Griechische, wo diese Pflanze als „rhops myrinos“ oder als balsamischer Strauch bekannt ist. Einen Zusammenhang gibt es natürlich auch in der Namenskunde, wenn der Blick auf die Wörter Libanotis und Libanos fällt. Die aus dem griechischen stammenden Wörter bedeuten zum einen Rosmarin und zum anderen Weihrauch.

Beschaffenheit der Pflanze

Der Strauch präsentiert sich mit einem immergrünen Aussehen. Gleichzeitig ist eine buschige Verzweigung an dem Strauch zu erkennen. Eine intensive Note bestimmt das Bild des Aromas des Strauches. Vom Umfang her kann dieser mindestens 0,5 Meter und maximal bis zu zwei Metern erreichen. Immer sind die Äste braun und gleichzeitig aufrecht. Dadurch, dass die Blätter umgerollt sind, ist ein gewisser Schutz für die Blätter gegeben. Diese können dadurch nicht mehr austrocknen. Zu beobachten ist außerdem, dass die Blüten ganzjährig vorhanden sein können.

Allgemeine Informationen

In der Region des Mittelmeerraumes sind die Pflanzen sehr häufig in Küstennähe zu finden. Dabei stehen hier wiederum die Küstenregionen im Mittelpunkt, die von Portugal an das Ionische Meer reichen. Außerdem wird die Pflanze natürlich auch kultiviert, was schon während der Antike begonnen hat. Bevorzugte Regionen waren dabei der Osten des Mittelmeeres sowie das schwarze Meer. Unter Umständen sind sogar einmal wilde Pflanzen vom Rosmarin in diesen Gebieten zu finden.

Für das Kraut sollten die Standorte zunächst einmal sonnig und trocken sein. Gleichzeitig sollte der Boden kalkreich sein. Eine Kultivierung erfolgt hierbei nicht nur zu Zwecken des Würzens, sondern auch zu Zwecken als Zierpflanze.

Im Hinblick auf die geschichtliche Seite, kann nicht genau gesagt werden, wann die Pflanze in Europa eingeführt wurde. Doch ist ein schriftlicher Nachweis schon recht früh geführt worden, was auf einen Erlass von Karl dem Großen zurückzuführen ist. Zu finden ist diese Niederschrift in der Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii.

Rund ums Vermehren, Pflegen und Ernten

Zunächst ist eine vegetative Vermehrung der Pflanze möglich, die über Stecklinge erfolgen kann. Natürlich ist die Vermehrung ebenso über Saatgut möglich, wobei hier der generative Aspekt im Vordergrund steht. Jedoch sollte dafür ein warmes Klima gegeben sein. Ist das Saatgut gesetzt worden, braucht es eine Zeit von circa vier Wochen, damit es zu keimen beginnt. Eine lange andauernde Nässe verträgt der Rosmarin nicht, weshalb die Erde sehr humusreich und zugleich durchlässig sein sollte. Je trockner die Bedingungen sind, desto besser kann die Pflanze wachsen und gedeihen.

Alle Rosmarinpflanzen, die nördlich der Alpen wachsen, sind nicht gegen die Winterhärte geschützt. Zur Pflege gehört außerdem das Zurückschneiden des Rosmarins. Damit kann dieser in der kommenden Zeit noch viel buschiger werden.

Beim Ernten des Rosmarins sollten nicht einzelne Nadeln geerntet werden. Besser ist es, die kleinen Zweige zu ernten. Dabei kann die Ernte während des ganzen Jahres erfolgen. Werden Mischkulturen angelegt, so sollte der Salbei als Nachbar ausgewählt werden.

Inhaltsstoffe

Zunächst einmal enthält Rosmarin etwa 2,5 Prozent an ätherischen Ölen wie beispielsweise Cineol und Borneol. Dabei kann aus einem oder zwei Zweigen mit dem entsprechenden Verfahren etwa 0,5 Liter Öl gewonnen werden. Außerdem sind etwa 8 Prozent an Gerbstoffen sowie Flavonoide, Bitterstoffe, Glycolsäure, Sapoine und Harz vorhanden.

Ferner enthält die frische Pflanze Vitamin C. Dies liegt bei einem Gewicht von 100 Gramm bei etwa 217,3 Milligramm.

Vielfältige Verwendung

Die Duftpflanze

Obwohl der Geruch von Rosmarin sehr intensiv ist, so kann dieser als sehr aromatisch eingestuft werden. Dazu kommt ein Geschmack von einer leichten Bitterkeit, der zugleich etwas Harziges an sich hat. Gedanken an Kampfer und Eukalyptus werden dabei geweckt. Zudem ähnelt der Geruch von Rosmarin dem Weihrauch, weshalb die Pflanze schon einmal wie Weihrauch zum Einsatz gelangen konnte.

Rosmarin war und ist außerdem Bestandteil von Parfüms, wie beispielsweise Kölnisch Wasser, welches noch heute Rosmarinöl enthält.

Das Gewürz in der Küche

Vor vielen Jahrhunderten bereits wurde Rosmarin verwendet, als die religiösen Kulte gepflegt wurden. Gleichfalls haben die Apotheker schon sehr frühzeitig in ihren Mitteln Verwendung für die Pflanze Rosmarin gehabt. Erst später begann die Verwendung von Rosmarin in der Küche und hier ganz besonders im mediterranen Bereich. Dabei standen insbesondere die italienischen Regionen sowie die Provence im Mittelpunkt. Noch heute wird das Gewürz Rosmarin gerade in diesen Küchen oft verwendet. Überdies hat das Gewürz durch das Beimischen bei der Provence-Kräutermischung erheblich an Bedeutung gewonnen.

Heute wird das Gewürz bei einer Vielzahl von Gerichten, wie beispielsweise beim Grillen, verwendet. Außerdem kann Rosmarin beispielsweise mit Fleisch, Geflügel und Kartoffeln kombiniert werden. Ganz besonders gut wirkt sich Rosmarin als Zutat zu hellen Gerichten aus. Ferner wird Rosmarin gern eingesetzt, damit Marinaden verfeinert werden können. Sogar bei süßen Speisen kann Rosmarin in verschienen Formen zur Anwendung gelangen. Dabei werden oft die Blätter der Pflanze oder der Rosmarinhonig verwandt. Ebenso wird beispielsweise die Mischung von Apfel und Rosmarin sehr geschätzt. Zeitweilig fand oder findet Rosmarin seinen Einsatz im Bier als Bitterstoff.

Verwendung in der Heilkunde

In verschiedener Weise findet Rosmarin inzwischen in der Heilkunde Verwendung. Beispielsweise wird der Tee von Rosmarin eingesetzt, um den Kreislauf anzuregen. Bei äußerlicher Anwendung kann Rosmarin die Durchblutung steigern. Zudem ist die antiseptische Wirkung von Rosmarinöl bekannt.

Weitere Hinweise

Eingesammelt werden können die Blätter bereits, wenn die Blüte noch nicht vorbei ist. Außerdem können die Blätter ebenso nach der Blütezeit eingesammelt werden. Zur Verwendung kommen die Blätter entweder frisch oder auch getrocknet. Die Formen der Blätter können dabei ganz, gemahlen oder geschnitten sein. Der Optimalzustand für das Aroma wird erreicht, findet eine Trocknung von Zweigen des Rosmarins statt.