Fällt der Blick auf die Küchen dieser Welt, so gibt es wohl kaum Gemüsesorten und Gewürze, die vielfältiger sind als Paprika. Schon bei der Zuordnung wird dies deutlich, stellt die Gattung Paprika doch als Nachtschattengewächs ein Mitglied dieser Familie dar. Dies gilt auch für Chili, das oft ebenfalls als Paprika bekannt ist. Auch die Peperoni oder die so genannte Pfefferoni, die der Gattung Paprika angehören, werden in diese Familie eingeordnet. Bei den Früchten dieser Pflanzen sollte darauf geachtet werden, dass grüne Teile nicht in den Verzehr geraten. Das können beispielsweise Blätter oder Stängel sein, worin eine geringe Anzahl von Giftstoffen vorhanden ist. Allerdings werden beispielsweise in Indien die Blätter zur Herstellung von einer tee-ähnlichen Art genutzt.

Nicht nur die Pflanze wird hierbei als Paprika bezeichnet. Dieser Name gilt ebenso für die Frucht, die allerdings noch weitere Namen trägt. Dabei kommt den Namen in der Form Bedeutung zu, da hiermit die Unterschiede der verschiedenen Früchte gekennzeichnet werden. Dabei wird auf die Schärfe, die Farbe und auf die Größe verwiesen. Eine wichtige Rolle nimmt hier die Art Capsicum annuum ein, wobei keine andere Art mehr verbreitet ist als diese. Alle die Früchte der Paprika besitzen ein gewisses scharfes Aroma, welches nicht in jeder Frucht gleich ausgeprägt ist. Die Grundlage dafür bildet der Stoff Capsaicin.

Beschreibung der Pflanze

Paprika stellt eine Pflanze dar, deren Samen oberirdisch keimen und zwei Keimblätter bringt. Sie besitzt als Pflanze mit dem Namen Capsicum annuum ein mehrjähriges krautiges Erscheinungsbild, dessen Höhe maximal etwa 150 Zentimeter betragen kann. Der lateinische Name führt mitunter zu Irritationen, da von einem einjährigen Wachstum die Rede sein könnte. Jedoch im Sinne der Botanik ist nicht das Kalenderjahr gemeint. Vielmehr geht es darum, dass es während einer bestimmten Zeit bei der Paprika keine Pausen in der Vegetation gibt.

Doch es gibt die verschiedensten Arten oder Sorten, die beispielsweise schon den Boden bedecken können. Ebenso kann sich die Vielfalt von Sorten oder Arten in der Größe der Paprika zeigen.

In nur drei Monaten ist die Pflanze auf eine Höhe von 30 bis 100 Zentimeter gewachsen. Bereits nach dieser Zeit findet eine Verzweigung, mit späterem Blütenansatz, des Haupttriebes zum ersten Mal statt. Auf diesem Wege bildet sich die Pflanze mit neuen Ansätzen von Blüten immer stärker aus. Auch zu späteren Zeitpunkten ist der Wachstum der Paprika noch aktiv. Unter Umständen können an verschiedenen Stellen der Pflanzen, mit unter auch insgesamt, Verfärbungen unterschiedlichen Grades auftreten. Somit soll die Paprika vor zuviel Einstrahlungen der Sonne geschützt werden. Bei Zierpaprika wurde direkt darauf hingearbeitet, dass dieser Effekt noch verstärkt werden konnte. Allerdings hält dieser Zustand nur solange an, bis die Reife unmittelbar bevorsteht. Zu diesem Zeitpunkt wiederum besitzt die Pflanze einen hohen Anteil von rotem Farbstoff.

Das Wachstum der Pflanzen liegt, bei einer Anpflanzung in Böden mit einer leichten Säuerlichkeit oder der Neutralität, etwa bei 0,3 bis 4,6 Meter. Ideal ist es dabei, wenn der Boden einen pH-Wert besitzt, der mindestens 4,3 und maximal 8,7 beträgt. Um Schäden zu vermeiden, sollte der pH-Wert jedoch nicht zu hoch sein. Die Qualität sollte hier von Lockerheit, Sandigkeit oder Lehmigkeit bestimmt sein.

Ein etwas anderes Bild ergibt sich in Mitteleuropa in Bezug auf die Paprika. Hier erfolgt die Keimung der Pflanze während des Frühjahres, so dass die Ernte der Frucht noch im gleichen Jahr erfolgt. Nach diesem Vorgang erfolgt die Kompostierung der Pflanze. Somit erfolgt hier eine einjährige Ziehung der Pflanze, was in der Kälteempfindlichkeit der Pflanze begründet liegt. Doch solange die Temperaturen innerhalb der Werte von 7 bis 29 °C liegen, erfolgt das Wachstum der Paprika im Freiland ohne Probleme.

Blüte

Hauptsächlich sind die Blüten weiß, wobei es jedoch ebenso grünliche und violette Blüten gibt. An einer Blattachsel können bis zu zehn Blüten gedeihen. Bestäubt werden die Pflanzen in der Regel durch Insekten. Ideal sind Temperaturen zu diesem Zeitpunkt von 16 bis 21 °C, da sonst die Blüten abfallen oder in ihrer Entwicklung gehemmt werden. Bei gleichen Temperaturen während des ganzen Jahres können sich stets neue Blüten bilden. Sind erste Fruchtansätze gegeben, so werden sich schon dabei neue Blüten entwickeln. Dadurch wird die Pflanze der Paprika nie nur eine Stufe der Fruchtentwicklung besitzen.

Frucht

Im botanischen Sinne zeigt sich hier erneut ein Unterschied zum Verständnis von Verbrauchern. Die Botaniker sprechen bei der Paprika von einer Beere. Dabei ist die Frucht ebenso unter dem Namen Schote bekannt und wird in der Regel auch im kulinarischen Sinne so bezeichnet.

Ihr Aussehen gestaltet sich so, dass das der festen Haut der Frucht das Fleisch sowie die eine große Fläche ausfüllenden Samen folgen. Die Farben der Samen können ein helles braun oder gar eine schwarze Farbe besitzen. Bis zu acht Gramm kann das Gewicht der Samen betragen.

Das Bild der Früchte wird von vielen Formen und Farben bestimmt. Ihr größtes Wachstum besitzt die Paprika, wenn ungefähr die Hälfte der Reifezeit erreicht wurde. Bis die Frucht ihren vollen Umfang erreicht hat, können zwischen 28 und 35 Tage vergehen. Nach dieser Zeit wird sich das Fruchtgewicht erhöhen, da nun eine Verdickung der Fruchtwand erfolgt. Ihre vollkommene Reife hat die Paprika nach etwa 50 bis 120 Tagen erreicht, die seit der Befruchtung vergangen sind. Zu erkennen sind die Früchte an ihren Farben, bei denen es sich um rot, gelb, braun, orange oder weiß handeln kann. Ihre endgültige Farbe haben die Früchte teilweise über mehrere Farbwechsel erreicht. So kann es von der unreifen grünen Farbe zunächst zur gelben Farbe und dann zum endgültigen Rot der Frucht gekommen sein. Neben den unreifen grünen Früchten gibt es außerdem die violetten sowie die schwarzen Früchte, die mit ihrer Farbe die nicht vollständige Reife verdeutlichen.

Ausdehnung der Früchte

Das sich die Früchte beziehungsweise deren Samen weiter verbreiten konnten, liegt unter anderem auch an den Vögeln. Obwohl die Früchte eine gewisse Schärfe besitzen, ist diese für Vögel nicht von Bedeutung, da sie nicht auf den Inhaltsstoff Capsaicin reagieren. Wird Samen von den Vögeln aufgenommen, so wird dieser unverdaut wieder ausgeschieden. Dem Samen, der nun gut durchgeweicht werden kann, werden somit außerdem wichtige Nährstoffe für die wichtige frühe Phase der Pflanze zugeführt. Auf diesem Wege können vermehrt wilde Früchte der Paprika wachsen. Vögel sind oft über lange Strecken unterwegs, so dass die Ausbreitung der Pflanze bis Mittelamerika erfolgen konnte.

Einst wurde die Schärfe als gute Abwehr gewertet, die verhinderte, dass sich Säugetiere der Paprikafrucht zuwandten. Diese mieden dadurch die scharfe Frucht, die sie zudem an ihrer Farbe – insbesondere das leuchtende Rot – erkannten. Mit diesem Mix findet sich für die Frucht stets der am besten geeignete Standort.

Es gibt mittlerweile zwei Wege, damit die Paprika wachsen und gedeihen kann. Wird die Paprika kultiviert, so geschieht das, in dem Samen eingepflanzt werden. Aus diesen werden dann die Früchte gezogen. Doch können sich die Früchte auch bilden, wenn sich die Pflanzen auf dem Wege der vegetativen Vermehrung durch Stecklinge ereignet haben.

Inhaltsstoffe der Paprika

Hauptsächlich bestimmt das ätherische Öl den Geschmack der Paprika, die außerdem neben einem kleineren Anteil von Zucker einen hohen Anteil an Vitamin C besitzt. Dies nutzte Albert Szent-Györgyi, ein ungarischer Chemiker, für seine Arbeit. Für seine Isolierung des Vitamin C der Paprika erhielt er sogar den Nobelpreis für Medizin. Als Frucht besitzt die Frucht bei einem Gewicht von 100 Gramm lediglich 19 Kalorien und ganz bedeutende Mineralstoffe wie Kalium und Calcium.

Die Farbstoffe der Farbstoffe

Es gibt eine Vielzahl von Farbstoffen der Paprika, die zudem sehr unterschiedlich ausfallen können. Damit die Farbe entstehen kann, ist ein Vorhandensein verschiedener Carotinoide erforderlich. Der Großteil dieser Stoffe besitzt eine rote Färbung, wobei es wiederum einige Früchte mit einer Gelbfärbung gibt. Verbreitet sind in beiden Fällen Stoffe wie Capsanthin, Capsorubin und Curcumin. Ebenso finden sich Anthocyane in einigen Früchten, die für einen dunklen Aubergine-Farbton verantwortlich sind. Diese Früchte sind dann stets noch unreif, reifen jedoch kurze Zeit später heran. So bewirken die Anthcyane während dieser Zeit eine Veränderung der Farbe, die zu Orange oder Rot führen kann.

Derartige Farbstoffe besitzen eine solche Wertigkeit, dass diese problemlos zur Färbung von Kleidung eingesetzt werden können. Erforderlich ist dazu das Durchführen einer Aufbereitung der Stoffe.

Capsaicin

Der Stoff Capsaicin verleiht den Früchten der Paprika ihre Schärfe, die unterschiedlich ausfallen kann. Enthalten ist dieser Stoff beispielsweise in den ungarischen Paprika, ob mild oder gezüchtet, kaum noch. Dafür ist Capsaicin in der Peperoni eine fünfmal so hohe Konzentration enthalten. Noch wesentlich schärfer sind die ungarischen scharfen Paprika, in denen der schärfende Stoff in zehnfacher Höhe vorhanden ist. Teilweise können die verschieden scharfen Arten teilweise bis zu 1000-mal so viel Capsaicin.

Es gibt mit der so genannten Plazenta und den Samenscheidewänden zwei Stellen der Paprika, wo der höchste Anteil der Scharfstoffe wie Capsaicin zu finden ist. Die Stellen der Frucht, die weiter von der Plazenta entfernt liegen wie beispielsweise die Spitze, besitzen keine hohe Schärfe mehr.

Schädlinge und Krankheiten der Paprika

Die stabilsten Pflanzen sind die Paprika nicht unbedingt, wie der Blick auf die Geschichte zeigt. Dabei können die Pflanzen selbst Krankheit oder Schädlinge übertragen, was durch die Samen geschehen kann. Doch auch Insekten oder gar Menschen können für die Schädigungen der Paprikafrüchte verantwortlich sein.

Verantwortlich für Schädigungen können der Tabakmosaikvirus, die Verticillum-Welke-Krankheit sowie tierische Schädlinge sein. Genauso schädigend können Pilzkrankheiten oder Rostkrankheiten sein. Inzwischen haben sich jedoch gerade unter den wilden Früchten Resistenzen gegenüber Krankheiten ausgebildet. Dieses Wissen soll jetzt genutzt werden, damit auch die verschiedenen kultivierten Früchte der Paprika nicht unter irgendwelchen Gefährdungen zu leiden haben.

Herkunft Spiceworld - Paprika scharf - original ungarisch

Ursprünglich ist die Vielfalt der Paprikafrüchte in Mittel- und Südamerika zu Hause gewesen. Aus der Region um Südbrasilien und Bolivien traten die Früchte der Paprika ihren Siegeszug um die Welt an.

Etwa um das Jahr 7000 vor Christus konnte die Paprika in Mexiko bereits als Nutzpflanze in Form von Wildpflanzen nachweislich festgehalten werden. Ebenso wurde mit Chili eine der Paprikasorten etwa im Jahr 4100 vor Christus im Südwesten von Ecuador verwendet. Noch heute werden fünf Arten angebaut, die schon kultiviert wurden, als Christoph Kolumbus Amerika noch nicht entdeckt hatte. Für dessen Reisen gab es ohnehin einen der Gründe im Handel mit Gewürzen und Pfeffer, der seinerzeit noch durch das Monopol von Venedig kontrolliert wurde. Im vermeintlichen Indien lernte er dann schon bald Früchte mit einer stärkeren Schärfe kennen, die dem Essen der Bewohner der neuen Welten die entsprechende Würze verliehen. Die dort entdeckten neuen Pflanzen von Paprika wurden schon bald nach Europa mitgenommen, so dass der erste Anbau in Spanien erfolgen konnte. Der „spanische Pfeffer“ ist noch heute vielen Menschen ein Begriff.

Je mehr sich neugierige Menschen mit dem neuen Kontinent und der Vielfalt seiner Welt beschäftigten, desto mehr neue Entdeckungen wurden während dieser Zeit getätigt. Gerade das 16. Jahrhundert brachte der Paprika in Form der gelben und der roten Frucht einen neuen Bekanntheitsgrad ein. Die Folge daraus war, dass die Früchte sich immer mehr über die Welt verbreiteten, da der Handel weltweit immer mehr an Bedeutung gewann. Gerade Portugiesen brachten die Pflanzen in afrikanische oder südostasiatische Länder, wo die Früchte schon bald unverzichtbar zur Zubereitung von Gerichten waren. Der bis dahin dort häufig verwendete Pfeffer verlor so ein wenig an Bedeutung. Um das Jahr 1542 hielt die Pflanze Einzug in Deutschland. Etwas mehr als zwei Jahrhunderte später wurde die erste botanische Beschreibung der Paprika durch Carl von Linné.

Gezieltes Züchten

Die Mutter aller kultivierten Paprikafrüchte ist die Tepin, die als sehr scharf eingestuft wird. Besonders in Südafrika wächst diese Frucht noch wild. Gezieltes Züchten hat es möglich gemacht, dass heute viele Sorten und Arten auf kulinarischem Wege den Gaumen erfreuen können. Dabei gibt es verschiedene Früchte, die in Gewächshäusern kultiviert wurden und somit mit den unterschiedlichsten Lichtverhältnissen klarkommen. Erträge sind in diesem Fall ebenfalls stets optimal. Wildformen vieler Arten, die nicht ganz so groß wie ihre Vorbilder erscheinen, sind heute noch immer existent. Möglich ist in diesem Fall ein Kauf in frischer oder getrockneter Form.

Das Anbauen der Paprika

Tropisch und gemäßigt sind die Zonen, in denen heute der Anbau der Paprikafrüchte erfolgt. Geschehen kann es ebenso, dass ein Anbau in Gewächshäusern erfolgt, was zu einer längeren Periode der Vegetation führt. Inzwischen ist es in Mitteleuropa so, dass praktisch ohne Unterbrechung geerntet werden kann. Zu diesem Zweck gibt es mehrmals im Jahr Termine zum Pflanzen, wobei für diese eine Kultivierung für maximal elf Monate erfolgt. Damit die neuen Pflanzungen erfolgreich gedeihen können, folgt nun eine Pause für einen Monat. Nachdem alles gereinigt wurde, wird nun der Kulturraum neu angelegt, so dass die neuen Früchte nun wachsen können.

So gibt es demzufolge während des ganzen Jahres innerhalb von Deutschland Paprika-Früchte zu erwerben. Dazu können unter anderem auch Lieferungen aus Ländern wie Spanien, den Niederlanden und Ungarn eintreffen. Teilweise gibt es sogar während des Winters süße Paprika aus Israel oder Peperoni aus Ägypten, sollten andere Lieferungen nicht ausreichen.

Doch das Pflanzen ist nicht nur auf großen Flächen möglich, sondern auch in heimatlichen Gärten oder Gewächshäusern. Dabei können die Pflanzen in Töpfen oder im Freien gedeihen. Um einen problemlosen Anbau zu ermöglichen, sollte bereits im Februar mit dem Vorziehen begonnen werden. Dem auspflanzen ab dem Monat Mai steht dann nichts mehr im Wege, was aber auch wegen der benötigten Wärme dann erst erfolgen sollte. Einer Weiterverwendung in vielfachen Variationen für die Küche, insbesondere als Gewürz, steht dann nach der Ernte nichts mehr im Wege.

Externe und interne Systematiken

Die Früchte der Paprika besitzen eine externe und eine interne Systematik. Dabei besteht extern zunächst die Systematik der Nachtschattengewächse im Mittelpunkt. Dabei können diese in so genannte Tribus und Untertribus eingeordnet werden. Innerhalb dieser Gruppen befinden sich mehrere Gattungen von Früchten der Paprika.

Beim Blick auf die interne Systematik fällt eine Unterscheidung zwischen 31 Arten der Gattung der Paprika auf. Eine Kultivierung erfolgte bei fünf dieser Arten. Dabei war der schwedische Naturwissenschaftler Carl von Linné der erste, der die Gattung der Paprika beschrieb. In den folgenden Jahrzehnten folgten weitere Beschreibungen, wobei hier allerdings viele Synonyme vorlagen, die für andere Arten galten. Die letzte Aufstellung aller Arten stammt aus dem Jahr 2007 und umfasst alle 31 Arten, die ab dem Jahr 1753 beschrieben wurden. Dieser Aufstellung können dann zugleich die Länder entnommen werden, aus denen die Früchte stammen.

Verwendung in der Küche allgemein

Weltweit ist die Paprika inzwischen eine Frucht, die nicht mehr aus den Küchen wegzudenken ist. Dabei ist es natürlich ganz entscheidend, dass die Früchte je nach Land unterschiedlich verwendet werden. Geschehen kann es daher, dass sogar der unreife Zustand einer Frucht diese zu einer leckeren Zutat werden lässt.

Innerhalb der Sortenvielfalt werden die scharfen Früchte ganz besonders dort geschätzt, wo es warm beziehungsweise heiß ist. Schließlich kann der Stoff Capsaicin sich senkend auf die Temperatur des Körpers auswirken. Beispielhaft sind hier die mexikanische Küche sowie südamerikanische Küche. Allerdings ist auch die asiatische Küche für besonders scharfe Gerichte bekannt, die weltweit die Menschen in ihren Bann ziehen. Traditionell können hier die chinesische sowie die thailändische Küche als Beispiel genannt werden. Diese Gebiete zeichnen sich wie viele Mittelmeerländer, zum Beispiel Griechenland und Spanien, und der Balkan durch eine große Wärme aus.

Besonders geschätzt ist der Einsatz von milden Paprikafrüchten auf zwei Wegen, wobei es sich um den Einsatz als Gemüse sowie als Gewürz handelt. Eine der Küche, die für die Verwendung von Paprika weltweit bekannt ist, stellt die als Haute Cuisine bekannte französische Küche dar. Über einen ungarischen Koch gelangte das Paprikapulver nach Frankreich und wurde somit aufgrund der hohen Bedeutung der französischen Küche schnell weltweit berühmt. Gulasch und Ratatouille sind nur zwei Gerichte, deren Ruf durch die Verwendung des Gewürzes extrem gesteigert worden ist.

Einsatz von Paprika als Gewürz Spiceworld - Paprika edelsüß - original ungarisch

Ganz besonders bekannt ist die mittlerweile weltweite Verwendung von Paprika als Gewürz in Form des Paprikapulvers. Nachdem die Früchte getrocknet wurden, werden sie nun gemahlen. Dabei können die Pulversorten in Kategorien eingeteilt werden. Dies hängt davon ab, welche Sorte gemahlen wurde und wie hoch der Anteil von Samen und Scheidewänden in der gemahlenen Frucht ist.

Beispielhaft ist hier das ungarische Paprikapulver, welches sich mit der schärfsten Kategorie Rosenpaprika präsentiert. Die nachfolgenden Sorten besitzen eine niedrigere Schärfe, die im Laufe der weiteren Kategorien immer niedriger wird. Es handelt sich dabei um Halbsüß, Edelsüß, Delikates und Extra. Eine weitere Gewürzvariante ist das spanische Pulver Dulce, das in der Kategorie Edelsüß sowie in der Kategorie Picante mit einem kräftigeren Geschmack erhältlich ist. Als besonders scharf ist der Cayennepfeffer bekannt, für dessen Herstellung die Chilisorte Cayenne verarbeitet wird.

Doch Paprikapulver als Gewürz wurde auch zur Herstellung zahlreicher Würzsaucen verwandt. Ebenfalls fand das Pulver bei Würzpasten Verwendung. Beispielhaft sind hier die Tabascosauce sowie die Würzsauce Sambal Oelek aus Indonesien. Für einen Großteil des Südostens von Europa ist die Sauce Ajvar das Maß aller Dinge. Zu den weiteren Saucen gehören unter anderem die Salsas mit Herkunft in Mexiko sowie Harissa aus Nordafrika.

Andere Einteilungsmöglichkeiten sind die Klassifizierung mit so genannten Scoville-Einheiten, die nach dem Erfinder des im Jahr 1912 eingeführten Vergleichsverfahrens benannt wurden. So gibt es beispielsweise Kirschpaprika, Wachspaprika oder Thai-Chili. Werden Konzentrate eingesetzt, kann die Schärfe von Chilisaucen noch um ein Vielfaches gesteigert werden.

Allerdings sind ebenfalls getrocknete Paprika in Form von Früchten erhältlich. Gerade die mexikanische Küche legt besonders viel Wert auf die getrockneten Chilis. Schließlich erhalten einige Früchte überhaupt erst durch die Trocknung ihr unverwechselbares Aroma. Bei den Chilisorten kann ebenfalls zwischen verschiedenen Früchten unterschieden werden. Unter anderem gibt es so genannte Poblano oder die Chipotle.

Nach der Zubereitung von Gerichten kann die Schärfe natürlich an den Händen durch Reinigung beseitigt werden. Dazu sollte Seife oder Alkohol eingesetzt werden. Damit es erst gar nicht zum Geruch an den Händen kommt, können Plastikhandschuhe eingesetzt werden. Es gibt noch einen weiteren Weg, damit die Schärfe der Früchte gemindert werden kann. Beispielsweise sollten nur Fruchtschalen ohne Plazenta verwendet werden.

Doch gibt es ebenso die mildere Variante von Paprika, die ebenfalls als Gemüse oder als Gewürz verwendet werden. Sie hielt unter anderem in die französische Küche Einzug und wurde dadurch auf der Welt immer bekannter. Heute gibt es viele Gerichte, die ohne Paprika undenkbar wären.

Paprika im Einsatz als Gemüse

Das die Paprikafrüchte heute als Gemüse verwendet werden, liegt in den Erfolgen der Züchtung. Diese ermöglichten das Vorhandensein von Paprikasorten, die sich durch ihre besondere Milde auszeichnen. Eingesetzt werden können diese Paprika auf vielfältige Weise wie zum Beispiel in Salaten oder zum Braten. Je nach Aufbewahrungsort kann die Gemüsepaprika bis zu einer Woche halten, wobei der Kühlschrank nicht ganz so empfehlenswert ist. Bevor sie verwendet werden, sollten Teile wie der Stiel und die Samen von der Paprika abgemacht werden. Besonders die reifen Paprikafrüchte haben dabei einen angenehmen süßlichen Geschmack. Insbesondere Ungarn empfiehlt sich hier, da diese unter anderem für ihr Paprikamark bekannt sind. Die Gerichte gelingen am allerbesten, wenn die Haut einer Paprika sehr glatt und der Stil durch seine Frische überzeugt.

Paprika und die Medizin

Der Einsatz von Paprika als Heilmittel in der Medizin hat eine lange Tradition, wie der Blick in die Geschichte von Amerika zeigt. Die dortigen Ureinwohner wandten die Paprika zum Beispiel gegen Zahnschmerzen an. Da vieles aus Amerika, nach dessen Entdeckung, auch nach Europa überliefert wurde, galt dies natürlich auch für Therapien des Heilens. So konnte die europäische Volksmedizin davon profitieren.

Deutlich wird dies insbesondere beim bekannten ABC-Pflaster, wo Paprika eingesetzt wird. Diese werden unter anderem eingesetzt, um rheumatische Beschwerden zu heilen. Einer der wichtigsten Stoffe dieses Pflasters ist Cayennepfeffer. Außerdem wird der Stoff Capsaicin zu weiteren medizinischen Therapien, wie beispielsweise Migräne oder Hexenschuss, eingesetzt. An weiteren Einsatzmöglichkeiten dieses Stoffes wird auch weiterhin gearbeitet. Über Vor- und Nachteile der Verwendung wird dabei sicher auch in Zukunft eifrig diskutiert werden. Doch ein entscheidender Vorteil ist der Paprika gewiss, sie stellt einfach als Gemüse und als Gewürz eine leckere Zutat vieler Speisen dar.

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