Eine beeindruckende Höhe von bis zu 18 Metern kann der Muskatnussbaum erreichen, der ebenfalls als Myristica fragrans bekannt ist. Der Muskatnussbaum, derzur Familie der Muskatnussgewächsen gehörende Baum, hat sein echtes Zuhause einst nur auf den Banda Inseln, einer kleinen Inselgruppe des Archipel der Molukken, in Indonesien, gehabt. Heute hat sich der Muskatnussbaum und die Muskatnüsse über die Welt verbreitet. So dass er inzwischen beispielsweise in dem tropischen Teil von Asien kultiviert wurde. Hauptsächlich handelt es sich bei den Anpflanzungen auf Plantagen um weibliche Bäume.

Ebenfalls ist dieser Baum, der in den Monaten März bis Juli blüht, in Südamerika und auf dem afrikanischen Kontinent zu finden. Dort findet der Baum mit Temperaturen, die bei 20 bis 30 °C liegen, ideale Voraussetzungen zum Gedeihen vor. Hat der Baum ein Alter von acht Jahren erreicht, wird er die ersten Früchte tragen. Seine besondere Blütezeit mit den meisten Früchten am Baum hat dieser, wenn er ungefähr 15 Jahre alt ist.

Eine besondere Bedeutung haben die Muskatnüsse für Grenada, da sie dort das wichtigste Produkt im Export sind. So kam es dazu, dass die Muskatnuss heute auf der Flagge von Grenada zu sehen ist. Und bei diesen Muskatnüssen handelt es sich um den Samen der Muskatnuss, der auch als Muskat bezeichnet wird. Zudem wird beim Samenmantel von der Muskatblüte oder auch vom Macis gesprochen.

Die Inhaltsstoffe

An ätherischen Ölen besitzen die Muskatnüsse einen Anteil von etwa 5 bis 13 Prozent. Außerdem weist die Samenhülle gleich mehrere Stoffe aus, wie beispielsweise ein Öl mit einem Fettanteil von 22 bis 35 Prozent. Bei diesem Öl wird, weil es Ähnlichkeit mit Butter besitzt, oft von einer Muskatbutter gesprochen. Diese Butter besitzt einen intensiven Geruch und zeichnet sich durch den Muskatnuss-Geschmack aus. Möglich ist eine Isolation dieses Öls aus den Nüssen mittels der Dampfdestillation. Enthalten sind zudem Harze, Lignane und ein Farbstoff namens Lycopen.

Die Muskatnuss in der Küche Spiceworld - Muskatnüsse hell ganz - Grenada

Verwendet wird die Frucht in der Regel, wenn sie sich in frisch geriebenem Zustand befindet. Gerade die Frische zählt bei dem Gewürz, welches schnell an Aroma verlieren kann. Vielseitig ist dabei die Verwendung von Muskatnuss, das beispielsweise bei Kartoffelgerichten und Suppen zu einem besonderen Aroma mit beiträgt. Weitere Gerichte mit dem Geschmack der Muskatnuss können unter anderem Frikadellen oder Spinat sein.

Die Muskatnuss zeichnet sich außerdem durch das Fruchtfleisch mit seiner gelb-orangen Farbe aus. Genutzt wird dieses Fruchtfleisch, um Muskatnuss-Gelee herzustellen. Außerdem wird Muskatnuss-Sirup durch Kochen hergestellt, mit dem beispielsweise Pfannkuchen den besonderen Geschmack erhalten.

Weitere Verwendung

In verschiedenen Bereichen kommt die Muskatnuss mittlerweile zur Anwendung. Dazu gehören beispielsweise die Homöopathie sowie die Medizin, bei denen beispielsweise die Gastritis oder Probleme mit der Verdauung bekämpft werden. Eine Verwendung von Muskatöl erfolgt beispielsweise in Zahnpasta, die damit ihr Aroma erhält. Wurde der Muskatbutter das ätherische Öl entzogen, so kann diese beispielsweise die Kakaobutter ersetzen.

Eine weitere Verwendung bietet sich mit dem Muskatöl, welches für die Lebensmittelindustrie von wichtiger Bedeutung ist. Das Öl besitzt, anders wie die gemahlenen Muskatnüsse, beispielsweise eine bessere Haltbarkeit. Zur Anwendung kommt es zum Beispiel bei der Herstellung von Backwaren und Süßigkeiten, wo es für den Geschmack eingesetzt wird.

Die Geschichte

Die Zeit der Antike, insbesondere die Ärzte, kannte noch keine Muskatnuss beziehungsweise deren Verwendung. Es wird davon ausgegangen, dass die Zeit der Kreuzfahrer auch die Verbreitung der Muskatnüsse mit sich brachte. Das erste Ziel sollte insofern Europa sein, wo die Früchte sehr bald geschätzt wurden. Schriftliche Informationen zur Verwendung gibt es aus dem 10. Jahrhundert, als ein Arzt der Muskatnuss in gemäßigtem Maße gar der Gesundheit sehr gut tun würde.

Die mehr als 3000 Meter lange Insel Run war zu der Zeit des 16. Jahrhunderts eine Insel, deren Bild überwiegend mit Muskatnussbäumen bestimmt war. Aufgrund dessen wurde von der Insel oft als Platz mit großen Schätzen gesprochen. Während dieser Zeit hatten die Niederländer in Form der Niederländischen Ostindien-Kompanie sich gerade im Gewürzhandel ein Monopol erarbeitet. Diese Stellung wollten die Niederländer untermauern und so wurden viele Muskatbäume einfach abgeholzt. Zeitweilig funktionierte dieser Plan sogar. Doch dann folgte die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts, als eine heilende Wirkung den Ruf der Qualität der Muskatnuss verstärkte. Während dieser Zeit verbreitete sich die Pest als eine der schlimmsten Krankheiten überhaupt. Muskatnuss galt damals als das Mittel schlechthin, mit dem die Erkrankung an der Pest bekämpf werden könnte. Damit war der Weg für Preiserhöhungen frei.

Der Handel entwickelte sich natürlich rasant weiter, wie die Zeit um das Jahr 1550 zeigte. Dabei hatten auf der Gruppe der Banda-Inseln die einheimischen Händler den Verkauf von Muskatnuss für maximal einen englischen Penny verkauft. Jedoch sah die Situation des Verkaufs in England ganz anders aus. Muskatnuss hatte dort zu der Zeit einen Preis in der englischen Währung von zwei Pfund und zehn Schilling. Letzten Endes bedeutete dies für die Händler mal eben einen Gewinn von etwa 60.000 Prozent gegenüber den Preisen auf den Inseln.

Hielten die Menschen im 16. Jahrhundert nach dem Gold von Ostindien Ausschau, so trafen sie auf die Muskatnuss. Vier Nationen gerieten sogar in schwere Auseinandersetzungen, da die Früchte des Baumes so bedeutend waren. Es handelte sich dabei um Großbritannien, Portugal, die Niederlande und Spanien. Natürlich hatte diese Zeit Folgen, die sich unter anderem in einem bedeutenden Tausch für die Geschichte zeigte. Schließlich wurde im April 1667 die Insel Run, gelegen im Ostindischen Archipel, gegen die Insel Manhattan ein. Diese lag beziehungsweise liegt vor Amerika an der Ostküste und stand damals unter der Verwaltung der Niederlande. Während die Bedeutung von Manhattan, noch nicht einmal 1000 Einwohner im 17. Jahrhundert, mit den folgenden Jahrzehnten stieg, gibt es von den Inseln der Banda-Gruppe auf Karten kaum noch Spuren.

Im Jahr 1770 war Pierre Poivre Statthalter von Mauritius. Damals gab er den Befehl aus, dass einige Muskatnussbäume entführt werden sollten. Diese fanden nun den Weg von der Inselgruppe der Molukken nach Afrika. Dort sollten sie auf Mauritius und auf Reunion heimisch werden, wozu ein erfolgreicher Anbau erforderlich war. Schließlich hatten bislang die Niederländer das Monopol und sollten dies nun abgeben müssen.

Heute werden weltweit etwa 10.000 bis 12.000 Tonnen an Muskatnüssen hergestellt. Diese Produktion stammt zu einem überwiegenden Teil aus Indonesien und Grenada. Weitere Länder sind beispielsweise Indien, Sri Lanka und Malaysia. Aus diesen Ländern wird das Gewürz unter anderem in Länder geschickt, die der Europäischen Union angehören.

Gelangen die Muskatnüsse in den Handel, so werden sie dort entsprechend ihrer Qualität eingestuft. Beispielsweise gibt es in Indonesien die Einteilung in die Klassen A bis E. Dabei zeigt sich der Unterschied im Gewicht der Nüsse. In der Klasse A wiegt eine Nuss etwa acht Gramm, während eine Nuss der Klasse E etwa drei Gramm wiegt.

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