Geht es um die Beliebtheit von Gewürz- und Heilpflanzen, dann handelt es sich bei Minze um eine der populärsten Pflanzen mit vielen Variationen. Die Minze, auch als Mentha bekannt, ist ein Familienmitglied der Lippenblütengewächse. Viele der Minzenarten sind dort auf der Nordhalbkugel zu Hause, wo ein gemäßigtes Klima herrscht. Insbesondere stehen hier Regionen in Europa, Vorderasien, Nordafrika und Nordamerika im Mittelpunkt. Nur wenige Exemplare finden sich auf der südlichen Halbkugel. Insgesamt gedeiht die Minze dort, wo sie eine feuchte Umgebung und viel Schatten hat. Insbesondere ist die Einstrahlung der Mittagssonne zu vermeiden.

Beschaffenheit und Geschichtliches

Minzen sind als Pflanze ausdauernd sowie krautig und besitzen zugleich ein angenehmes Aroma. Die Bestäubung dieser Pflanzen wird in der Regel von Insekten mit einem kurzen Rüssel vorgenommen. Dazu gehören beispielsweise die Fliegen. Zwischen 10 und 80 Zentimetern kann die Minze an Höhe erreichen. Bei den Blättern liegt eine Größe von einem und drei Zentimetern vor. Ist die Zeit der Blüte angebrochen, dann stehen hierbei die Farben Rosa oder Violett im Mittelpunkt. Im Hinblick auf den Boden fühlt sich die Pflanze besonders in lockerem Boden mit viel Humus gut. Schließlich ist der Nährstoffanteil sehr hoch.

Vor knapp 1200 Jahren war die Pflanze bereits mit vier Arten in den Gärten zu sehen. So wollte damals schon Karl der Große vier Sorten in seinen Gärten sehen. Es handelte sich dabei um die Wasser-Minze, die Ährenminze, die Rossminze sowie die Polei-Minze.

Erster Überblick über die Sortenvielfalt

Bei der Benennung der Sorten wurde darauf geachtet, dass eine geschmackliche Ähnlichkeit mit anderen Pflanzen hergestellt werden kann. Bei der Apfelminze besteht die Ähnlichkeit darin, dass sie gut zu Apfel passt, beispielsweise als Apfelkuchengewürz anstelle von Zimt.

– Basilikum-Minze – Mit dem Duft von Basilikum
– Orangen-Minze – Die Orange bestimmt hier das Duftbild.
– Zitronen-Minze – (Zitrone) (Beachte Zitronenmelisse hört sich ähnlich an, aber gehört nicht zu den Minzen und ist mit Zitronenminze auch nicht gemeint.)
– Schoko-Minze – Eine Mischung aus Minze und Schokolade im Geruch
– Braune Minze oder Nudel-Minze wird zur Zubereitung der Kärntner Nudel verwendet.

Systematik und Verbreitung

Durch den schwedischen Naturwissenschaftler Carl von Linné wurde der Name „Mentha“ dieser Gattung im Jahr 1753 veröffentlicht. Eine Abrenzung der Arten untereinander ist durch die Bildung von Hybriden, auch Bastarde genannt, schwierig. In der Botanik und im Gartenbau findet sich daher eine Vielzahl von Synonymen. Bekannt sind so beispielsweise die:
– Wasserminze
– Acker-Minze
– Hirsch-Minze
– Ross-Minze
– Polei-Minze
– Korsische Minze
– Grüne Minze
– Rundblättrige Minze

Als natürliche Hybriden wird hierbei die Pfefferminze geführt.

Insgesamt gibt es inzwischen auf der Welt mehr als 50 Sorten. Dabei haben in Deutschland insbesondere die Limonenminze und die Krausenminze an Bedeutung gewonnen. Gerade diese beiden Pflanzen können als Gewürz sowie als zum Heilen eingesetzt werden.

Allgemeines

Schon vor vielen Jahrhunderten haben die Menschen Gefallen an der Minze gefunden. Geschätzt werden die Minzpflanzen insbesondere durch das ätherische Öl, welches sich zu einem großen Teil durch das Menthol auszeichnet.

Besonders von Bedeutung sind die Grüne Minze und die Pfefferminze, bei denen sich um die wichtigsten kultivierten Minzenformen handelt. Aus den Blättern kann das sehr, gerade für die Industrie, bedeutsame Pfefferminzöl gewonnen werden. Zunächst ist der Geruch mit seinem durchdringenden Aroma wahrzunehmen. Gekennzeichnet ist das Öl zudem von einem brennenden Geschmack, der danach ins kühlende übergeht. Seine Verwendung findet das Öl in Likören, Süßigkeiten und Essenzen.

Die Ernte von Pfefferminze erfolgt in den Monaten von Mai bis zum Oktober. Genutzt werden hierbei die Blätter in frischem als auch im getrockneten Zustand.

Möglich ist es außerdem, eine Minze im Topf zu züchten. Dies vereinfacht die Pflege einer Minze um ein vielfaches. Doch Gärtner schätzen gerade auch das dekorative Element der Pflanze. Beachtet werden sollte allerdings, dass ein Umtopfen der Pflanze alle drei Jahre erfolgen sollte. Auch die Pflanzen im Freien sollten alle drei Jahre versetzt werden, damit die Hochwertigkeit der Nährstoffe erhalten bleibt. Bei jedem Umsetzen sollte stets darauf geachtet werden, dass der Boden wieder einen großen Anteil an Humus besitzt.

Verwendung

Die Minzesorten verbindet der Geschmack, der sich durch ein starkes Aroma sowie durch eine brennende Würze auszeichnet. Gleichzeitig wird das Kältegefühl mit seiner erfrischenden Wirkung, das besonders von den mentholhaltigen Pflanzen ausgeht, sehr geschätzt. Ihre Wirkung entfaltet die Minze jedoch erst, wenn diese mit Zucker kombiniert wurde. Neben dem Würzen süßer Speisen ist Pfefferminze eine ideale Zutat, wenn kalte Erfrischungsgetränke zubereitet werden. Besonders gern wird ebenso der Pfefferminztee getrunken. Außerdem gibt es Zubereitungen der indischen Küche gelangt das Gewürz ganz besonders in den arabischen Ländern in der Küche zur Anwendung. Gerade Gerichte aus der Fleischküche, wie Lamm und Ziege, werden mit der Minze gewürzt. Dabei erfolgt zugleich eine Kombination mit Knoblauch.

Weitere Möglichkeiten, Minze zu kombinieren, stellen zum Beispiel Joghurtsuppen sowie Joghurtsaucen dar. Außerdem schmeckt Minze ebenso unter anderem zu Erbsen, Zucchini, Kabeljau und Hackfleisch.

Tipps

Die Blätter der Minze haben nicht nur einen tollen Geschmack. Sie bilden zum Beispiel bei kalten Platten oder Desserts eine schöne Dekoration. Möglich ist es außerdem, dass ein Sirup aus den (Pfeffer)Minzblättern zubereitet wird. Dann kann später nach Belieben bei der Zubereitung von Süßspeisen wie Cremes dieser Sirup verwendet werden. Zubereitet wird der Sirup aus den Blättern, Zucker, Zitronensaft und Wasser.

Sorten

Ananasminze – Dabei handelt es sich um weiße gefleckte und haarige Blätter, die ein fruchtiges Aroma besitzen. Edelminze – Diese Minze ist ebenso als österreichische Minze bekannt. Leicht parfümiert ist das Aroma der Blätter, die hierbei glatt sind. Spearmint – Keine Minze in England ist beliebter als diese. In der Regel wird dieses Gewürz als Zutat zu Minzsaucen verwendet, die bei Gerichten mit Lamm serviert werden. Naneminze – Bezeichnet wird diese auch als Türkische Minze. Das Aroma ähnelt hierbei dem Kümmel.

Die Pflege

In der Pflege ist die Minze eher als anspruchslos zu bezeichnen. Sind mehrere Pflanzen vorhanden, sollte etwas Abstand zwischen den einzelnen Exemplaren bestehen. Außerdem sind der richtige Boden sowie das regelmäßige Beschneiden der Minze von entscheidender Qualität. So kann es nicht zu einem Wildwuchs kommen.

Liegt ein entsprechender hochwertiger Humus-Boden vor, dann ist eine Düngung nicht erforderlich. Erfolgt diese jedoch, so ist der sparsame Einsatz erforderlich, da sonst die geschmackliche Qualität leiden könnte.

Die Freude am Gewürz bleibt lange erhalten, wenn die Pflanze viel Feuchtigkeit bekommt. Dabei sollte jedoch keine Staunässe entstehen.

Überwintern

Unter den vielen Sorten der erhältlichen Minze befinden sich einige, die sich durch ihre Winterhärte auszeichnen. Private Gärtner brauchen hierbei nicht die Pflanzen auszugraben und eine Überwinterung zu organisieren. Die Pflanze sollte jedoch zurück geschnitten werden, so dass die Freude an der Pflanze im kommenden Frühjahr von vorn beginnen kann. Mit dem Einwickeln in etwas Blasenfolie ist es außerdem möglich, die Pflanze vor Kälte oder sonstigen ungünstig wirkenden Einflüssen zu schützen.

Sollte die Pflanze jedoch in einem Tontopf stehen, dann empfiehlt es sich, diese mit ins Warme zu nehmen. Die andere Alternative wäre das Auspflanzen. Minze kann man auch sehr gut im eigenen Kräutergarten anpflanzen.