Majoran ist ein Gewürz, welches besonders häufig bei deftigen Gerichten verwendet wird. Wie wichtig das Gewürz Majoran ist, wird bei einem Blick auf die vielen Facetten der Pflanze deutlich. Bei Majoran handelt es sich um eine Lippenblütler-Pflanzenart.

Überwiegend wird das Bild von zwei Sorten bestimmt, bei denen es sich um die Wildform und die Gartenform „Origanum hortensis“ handelt. Aus Zypern und der Türkei, also aus Kleinasien, stammt die wilde Form der Pflanze. Diese besonders wichtige Gewürzpflanze ist auch als Wurstkraut bekannt, da sie schließlich gerade bei Wurst sehr häufig zum Einsatz kommt.

Doch die Pflanze verfügt noch über weitere Namen, die aus der volkstümlichen Sprache stammen. So wird statt des Majorans beispielsweise vom Badkraut, dem Gartenmajoran oder vom Kuttelkraut gesprochen. In welcher namentlichen Variation auch immer gehört Majoran doch zur Gattung Dost, dem Origanum, zudem ebenso der Oregano gehört.

Beschaffenheit des Majorans

Ausdauernd ist die krautige Pflanze des Majorans, die auch schon einmal als Halbstrauch auftaucht. Wachsen können die Pflanzen bis in eine maximale Höhe von etwa 80 Zentimetern. Die Kultivierung erfolgt entsprechend einer einjährigen Pflanze. Im Juni beginnt die Blütezeit des Majorans, die bis zum September andauert. Der Durchmesser der Teilfrüchte, die ein kugeliges Aussehen besitzen, beträgt etwa einen Millimeter.

Majoran und seine Verwendung

Majoran ist eine Pflanze, die einen sehr würzigen Geschmack besitzt. Der Anteil an ätherischen Ölen in der Pflanze, deren Blätter in getrockneter oder in frischer Form in der Küche verwendet werden. Dabei werden sie unter anderem bei der Zubereitung von Kartoffelgerichten, Würsten oder Suppen wie der Kartoffelsuppe verwendet. Ein weiteres Beispiel ist hier außerdem die Leberwurst, in der ebenfalls Majoran enthalten ist. Werden Gemüse und Fleisch kombiniert, kann das Gewürz hier ebenfalls eine geschmacklichere Bereicherung darstellen.

Besonders ideal ist die Verwendung bei Gerichten mit fettem Fleisch. Gern wird das Gewürz daher in den Ländern eingesetzt, in denen deftige Gerichte das kulinarische Bild bestimmen. Doch zur Anwendung gelangte die Pflanze schon viel früher. Majoran wurde zur Bronzezeit in Form eines Kräutertabaks verwendet.

Anbau und Ernte von Majoran

In einer sonnigen Umgebung gedeiht die Pflanze Majoran am besten. Kultiviert werden dabei einige Sorten in deutschsprachigen Regionen auf einer Fläche von 500 bis 600 Hektar, so hier einjährige Pflanzen gezogen werden können. Der Schwerpunkt dieser Kultivierung liegt unweit von Aschersleben, das in Sachsen-Anhalt liegt. Nur Blattpetersilie wird häufiger angebaut. Diese Majoranpflanzen besitzen ein besonders hochwertiges Aroma. Die hier gezogenen winterharten Majoranpflanzen sind im Aroma nicht ganz so qualitativ entwickelt.

Die Blütezeit der Pflanze liegt in den Monaten Juni bis September. Bevor die Blüte beginnt, sollte die Ernte durchgeführt werden. Geerntet werden stets die Stängel insgesamt. Daher werden in getrocknetem Majoran stets Knospen, Stängel, Blüten und Blätter gefunden, also stets alles, was der Majoran enthält.

Als mit der Pflanze verwandt, gilt die Pflanze Majorana Syriaca, die im Westen von Asien zu Hause ist. So wird sie in Ländern wie Jordanien und dem Libanon zum Kochen verwendet. Gesprochen wird dabei von dem Kraut Zahtar, dem ein hochwertigeres Aroma wie dem aus Europa stammenden Majoran nachgesagt wird. Jedoch ist dieses Kraut nicht in allen Gebieten zu finden. Allerdings gibt es in Israel und Jordanien eine Gewürzmischung mit dem gleichen Namen. Diese Form des Majorans kann in Europa durch Thymian oder Bohnenkraut ersetzt werden.

Majoran im Hinblick auf Religion und Kultur

Zu Zeiten der Göttin Aphrodite hatte Majoran enorm an Bedeutung gewonnen, da das Gewürz Glücksseligkeit symbolisierte. Gerade frisch verheiratete Paare wurden mit Majorangirlanden behängt. Sogar der griechische Gott der Hochzeit war oft mit einem Kranz aus Majoran zu sehen.

Der Majoran und seine Herkunft

Die ursprüngliche Heimat von Majoran war in Kleinasien, wozu die Türkei und Zypern gehörten. Einst war das sehr beliebte Gewürz nur in den Regionen der Länder am Mittelmeer angebaut worden. Später folgten Mittel- und Osteuropa als Anbauflächen. Optimale Ergebnisse in der Anpflanzung werden dabei erzielt, wenn das Klima in den Anbauregionen von warmen und mediterranen Einflüssen geprägt wird.

Inhaltsstoffe

In der Pflanze Majoran ist zunächst einmal ätherisches Öl zu finden, wobei die Menge von der Umgebung der Pflanze abhängt. Außerdem sind Flavonoide, Gerbstoffe, Ascorbinsäure, Bitterstoffe sowie Glykoside in der Pflanze enthalten.

Verwendung in der Medizin

In der Medizin gelangt Majoran unter anderem in einer Salbe für Säuglinge zur Anwendung. Eingesetzt werden kann Majoran unter anderem auch gegen Gelenkschmerzen.

Beschreibung der Pflanze

Im Jahr 1753 wurde die Beschreibung von Majoran durch den schwedischen Naturwissenschaftler Carl von Linne vorgenommen.

Tipps zu Majoran

Damit Fett nicht allzu schnell ranzig wird, kann frischer Majoran eingesetzt werden. Wird jedoch alter Majoran verwendet, so kann es geschehen, dass das Fett ganz schnell ranzig ist. In gemahlener Form sollte Majoran nicht verwendet werden, da die ihn auszeichnende Würze nicht mehr in voller Kraft vorhanden ist.

Um festzustellen, ob es sich um Majoran mit einer hohen Qualität handelt, sollte das Zerreiben von Blättern erfolgen. Wenn sich dabei ein intensiver Geruch ergibt, handelt es sich um Majoran mit einer hohen Qualität. Schließlich besitzen gerade die Blätter ein besonders ansprechendes Aroma. Beim Fühlen von Majoran zeigt sich dieser im Idealzustand eher mit einem harten Bild. Im Handel ist Majoran in der Regel gerebelt oder geschnitten zu finden.

Ergänzung mit anderen Gewürzen

Majoran ergänzt sich ideal mit Paprika oder mit schwarzem Pfeffer. Ebenso kann das Gewürz mit Thymian oder Rosmarin kombiniert werden, was besonders feine Variationsmöglichkeiten zulässt. Lavendel, Knoblauch und Lorbeer bilden ebenfalls gute Partner für das Gewürz und verwöhnen den Gaumen auf eine eigene Weise.

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