Liebstöckel ist ein Kraut, das viele aufgrund des Geschmacks an eine ganz bekannte Würzsauce erinnern wird. Bekannt ist die Pflanze daher auch als Lus(t)stock oder als Maggikraut, obwohl in der Sauce kein Liebstöckel enthalten ist. Es handelt sich mit diesem Kraut um eine Pflanze, deren Herkunft in der Familie der Doldenblütler zu sehen ist.

Beschaffenheit des Liebstöckels

Liebstöckel ist eine der ausdauernden und krautigen Pflanzen, die sich durch ihre Winterhärte auszeichnen. Die Pflanzen erreichen beim Wachstum eine Höhe von 1 bis 2,5 Meter und präsentieren sich dabei mit einem aromatischen Duft. Ihre Blütezeit erreicht die Pflanze von Juni bis August, wobei im Anschluss von August bis September die Früchte reifen.

Stets sollte die Pflanze eine sonnige Lage besitzen. Außerdem sollte der Boden locker und humusreich sowie feucht und tiefgründig sein. Zweimal oder dreimal im Jahr ist die Ernte beim Liebstöckel möglich. Dann können Blätter und Stängel die Küche verfeinern. Das Ernten der Wurzel kann im September geschehen.

Zum Gedeihen der Pflanze ist viel Wasser, jedoch keine Staunässe, erforderlich. Liebstöckel ist ein Kraut, das einen sehr hohen Bedarf an Nährstoffen hat. Deswegen sollte eine Nähe von unter 1,5 Metern zu anderen Pflanzen vermieden werden. Mehrere Pflanzen von Liebstöckel sollten stets in einer Entfernung von nicht weniger als 60 Zentimetern gesetzt werden.  Enthalten sind im Liebstöckel so genannte Alkylphthalide.

Herkunft und Verbreitung des Liebstöckels

Es wird angenommen, dass der Nahe oder der Mittlere Osten der Ursprungsort für die Pflanze sind. Genauer gesagt wird von dem einstigen Persien (dem neuen Iran) als Heimat des Liebstöckels ausgegangen. Über die Regionen vom Mittelmeer fand die Pflanze den Weg in die anderen Länder von Europa. Doch die Pflanze ist in vergangener Zeit in wilder Form noch dort zu finden gewesen, wo es generell warm ist. Inzwischen hat sich die Form des Anbaus geändert, so dass Gemüse- und Kräutergärten maßgebend sind. Dies ermöglichte es, dass die Pflanzen jetzt auch dort gedeihen, wo es kälter ist.

Systematik des Liebstöckels

Die Erstbeschreibung des Liebstöckels erfolgte durch Wilhelm Daniel Joseph Koch im Jahr 1824, wobei es sich damals um den Levisticum officinale handelte. Einer der vielen Synonyme ist hier Lidusticum levisticum.

Verwendung von Liebstöckel

Zur Verwendung kommen in der Küche die Blätter der Pflanze, die fast wie Sellerie schmecken. Nur sind die Blätter schärfer und bitterer. Die entsprechenden Aromastoffe sind in allen Teilen der Pflanze zu finden. Außerdem gelangen die Samen in getrocknetem Zustand als Zutat zum Einsatz. So werden sie beispielsweise verwendet, wenn Eintöpfe, Suppen oder Braten zubereitet werden.

Liebstöckel gelangt hier also während des Kochens zum Einsatz. Dabei sollte die Dosierung nicht zu hoch erfolgen. Ferner werden sie zur Verfeinerung von Brot eingesetzt. Außerdem kann das Kraut unter anderem bei Gerichten mit Geflügel, Fisch oder Kalb zum Einsatz gelangen. Doch auch Salate bekommen eine besondere Note.

Verschiedene Hinweise zum Umgang mit Liebstöckel

Liebstöckel kann teilweise sogar eine heilende Wirkung haben. So können unter anderem damit Verdauungsbeschwerden bekämpft werden. In frischem Zustand ist das Kraut im Frühjahr erhältlich. Außerdem bereichert das Gewürz in gerebelter, in getrocknetem sowie in gemahlenem Zustand die Küchen dieser Welt. Bei den gemahlenen Produkten kann es sich um die Wurzel, die getrocknet wurde, sowie um den Samen handeln.

Sind die Blätter frisch, so kann das Einfrieren dieser in Erwägung gezogen werden, da dies problemlos möglich ist. Dabei sollte das Waschen der Blätter vorher erfolgen. Werden getrocknete Blätter verwendet, sollten diese nicht länger als sechs Monate liegen. Schließlich verlieren sie nach Ablauf dieser Zeit ihre Würze. Ein Befall von Insekten, die das Kraut mögen, kann durch den richtigen Schutz vermieden werden. Dabei ist Lichteinfall zu vermeiden. Bereits die Blätter von Liebstöckel haben ein sehr intensives Aroma, welches in der Wurzel noch stärker ausfällt.

Das Garen der Wurzel und der Stängel ist jedoch aus geschmacklicher Hinsicht nicht unbedingt empfehlenswert. Es ist möglich, eine Essigflasche zu aromatisieren. Da sollten ein Zweig Estragon und ein Zweig Liebstöckel in die Flasche gegeben werden.