Frische Küchenkräuter und Salat aus dem Garten, genial! Oder kurz vor dem Beginn des Grillens noch einen Zweig Rosmarin aus dem Kräuterbeet ernten. Ja, das sind die Momente auf die man sich freut. Nur wie schafft man es, dass die Kräuter auch so herrlich duften und schmecken, wie man es sich wünscht? Es gibt ein ganz einfaches Rezept: Weniger ist mehr.

Um dies zu verstehen, ist es ganz hilfreich, sich vorzustellen woher die meisten der beliebten Küchenkräuter kommen. Nicht nur die Kräuter aus dem Mittelmeergebiet, sondern auch heimische Pflanzen wie der Thymian oder Pimpernelle stammen ursprünglich von mageren Böden. Nicht ohne Grund sind sie voller ätherischer Öle in ihren Blättern und von oft kleiner Gestalt.

An ihren natürlichen Standorten geht es nicht nur heiß her, das meint hier es gibt sehr viel Sonne, sondern die Böden dort verwöhnen die Pflanzen nicht gerade mit einem Überschuss an Nährstoffen. Wer unter solchen Bedingungen wächst, der ist dann schnell Ziel von hungrigen Tieren. Denn wenn schon mal was grünt, dann weckt das den Appetit.

Und um den Fressfeinden den Appetit zu verderben, stecken unsere Küchenkräuter sehr viel Energie in die Produktion von Inhaltstoffen, welche den Fressfeinden den Appetit gründlich verderben sollen. Die Vorstellung sich allein von Salbei zu ernähren, macht ganz gut deutlich, dass dieses Prinzip eigentlich sehr erfolgreich ist. Nun verwenden wir Kräuter nur in geringen Mengen und haben auch nicht die Absicht jedes Mal das ganze Kräuterbeet zu plündern. Aber wenn das Vergnügen an den Kräutern bleiben soll, dann braucht es für die Pflege des Kräutergartens zwei Dinge.

– Viel Licht

Gerne darf es auch eine Hanglage nach Süden sein. Und im Winter Schutz vor starkem Frost (vor allem Rosmarin, Lavendel, Salbei)

– Magere Böden

Wer also in den Tieflagen Hessens mit fruchtbaren Lössböden gärtnert, der wird besser auf Dünger verzichten und auch noch Sand untergraben. In den Mittelgebirgen aus Sandstein oder Kalk sind die Böden durchlässig oder mager, das passt dann schon. Auf Böden welche aus Basalt entstanden sind hilft etwas Sand sicher weiter.

Natürlich gibt es auch Ausnahmen von der Regel.

Der Liebstöckel stammt von sehr fruchtbaren Küstenböden. Aber wer schon einmal eine Liebstöckel-Pflanze in voller Pracht gesehen hat, der wird sich hüten, diesen Riesen auch noch düngen zu wollen.