Gewinnung des Zuckers – Zuckerrüben werden gereinigt und zerkleinert. Diese werden in große Behälter gegeben, die als Diffuseuren oder als Auslaugetürme bezeichnet werden. Dort werden sie mit heißem Wasser ausgelaugt. Der Rohsaft enthält einen Zuckersatz von 13 bis 15 Prozent und erhält Kalkmilch zugefügt. Mit diesem Vorgang wird dafür gesorgt, dass anorganische Salze, Eiweiß und Farbstoffe entzogen werden. Ein Teil der nun entstandenen Produkte, Scheideschlamm und die Überreste der Rübenschnitzel, werden nunmehr als Viehfutter verwendet. Es folgt die Neutralisation des Scheidensaftes mittels Kohlendioxid, wodurch Calciumcarbonat ausfällt. Nunmehr ist das entstandene Produkt ein Klarsaft, der wiederum weiteren Vorgängen unterzogen wird. Dabei handelt es sich um die Filtration, die Bleichung und die Dickung, die nun das Ergebnis der Ausscheidung von Kristallzucker haben. Das Restergebnis ist Melasse.

Zuckerrohr enthält in der Regel 12 bis 18 Prozent Zucker. Wird aus diesem Zuckerrohr nun Zucker gewonnen, so gleicht dieses fast dem Prozess der Gewinnung aus einer Zuckerrübe. Auf Rum wird nunmehr die Melasse des Zuckerrohrs verarbeitet.

Als Kalebasse werden die ausgepressten Pflanzen bezeichnet, die nun als Brennmaterial verwendet werden. Eine Zuckergewinnung aus anderen Pflanzen konnte nicht an Bedeutung gewinnen.

Die Geschichte des Zuckers lässt sich mindestens bis um die Zeit des Jahres 300 nach Christus zurückverfolgen. Zu dieser Zeit spielte sich viel in dieser Richtung in Indien ab. Dort waren nämlich der Anbau von Zuckerrohr und die Gewinnung von Zucker zu dieser Zeit schon bekannt. Dank der Hilfe der Araber fand der Zucker den Weg in die Länder des Mittelmeeres. Über das Zeitalter der Kreuzzüge erfuhren nun auch die Menschen in Mitteleuropa von der Existenz des Zuckers. Es folgte im 18. Jahrhundert die Entdeckung von Zucker in der Zuckerrübe. In Schlesien war zu Beginn des 19. Jahrhunderts der erste Sitz einer Rübenzuckerfabrik. Doch etwa erst ab dem Jahr 1850 folgte ein erheblicher Anstieg dieser Produktion.

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