Der Gattung Allium entstammt die Pflanzenart Bärlauch, bei der es sich um ein oft gesammeltes Wildgemüse handelt. Damit ist eine Verwandtschaft mit weiteren Kräutern und Gewürzen gegeben. Es handelt sich dabei um die Zwiebel, den Knoblauch und Schnittlauch. Einst war diese Pflanze in einigen Gebieten von Asien sowie in Europa zu Hause. Dort wurde Bärlauch gerade in Wäldern recht oft gefunden. Bereits recht früh im Jahr können die ersten Kräuter die Küche bei der Zubereitung von Gerichten bereichern. Oftmals wird dieses Kraut wegen seines frühen Wachstums zum Beispiel als Ersatz für Schnittlauch angesehen.

Beschaffenheit vom Bärlauch

In eine Höhe von ungefähr 20 bis 50 Zentimeter kann der Bärlauch wachsen, bei dem es sich um eine Pflanze von ausdauernder und krautiger Natur handelt. Selten können auch Pflanzen mit einem Wachstum bei 16 Zentimeter liegen. Die Oberfläche der Blätter wird von einem sehr dunklen Grün bestimmt, während sich der Geruch als typisch dem Lauch entsprechend präsentiert. Seine Zeit der Blüte erlebt der Bärlauch in den Monaten April und Mai. Mitunter können bis zu 20 Blüten an einer Stelle zu finden sein.

Enthalten ist in den frischen Blättern ein geringer Anteil von Allicin, der in den getrockneten Blättern etwas höher ist. Außerdem finden sich Alliin und Methyl-L-cycsteinsulfoxid vorhanden. Ergänzt werden diese Stoffe von Flavonoiden, Prostaglandinen und Lectinen.

Verwechslungsgefahr der Pflanze

Beim Sammeln von Bärlauch ist eine hohe Gefahr gegeben, dass diese mit anderen Pflanzen verwechselt werden. So ähnelt dieses Kraut beispielsweise den Maiglöckchen sowie den Herbstzeitlosen, deren Blätter im Frühjahr austreiben. Außerdem ist da noch der gefleckte Aronstab, dessen jüngere Pflanzen oft ungefleckte Blätter besitzen. Alle diese Pflanzen sind giftig, so dass beim Sammeln von Bärlauch stets Vorsicht walten sollte.

Verbreitung und Standorte

Es gibt nur wenige Regionen in Europa, in denen der Bärlauch nicht zu finden ist. Die ideale Umgebung für die Pflanze stellt ein schattiges und feuchtes Klima dar. Zudem sollte ein großer Humusreichtum gegeben sein. Daher kann er beispielsweise oft in Au- und in Laubwäldern oder in Schluchten gefunden werden. Als Nährstoffzeiger schätzt Bärlauch unter anderem Böden, die sich durch ihre Feuchtigkeit auszeichnen.

Auch in Deutschland ist der Bärlauch verbreitet und kann jedoch häufiger im Süden des Landes als wie im Norden gefunden werden. Innerhalb des nördlichen Gebietes von Deutschland gibt es in den verschiedenen Bundesländern noch hinsichtlich des vorhandenen Bärlauchs. So wurde der Bärlauch in Schleswig-Holstein als potenziell gefährdet eingestuft, so dass er in der Kategorie 4 zu finden ist. Dagegen ist die Pflanze beispielsweise in den Bundesländern Brandenburg und Hamburg sogar entsprechend der Kategorie 1 vom Aussterben bedroht. Ebenso gefährdet ist der Bärlauch in Teilen von Österreich.

Innerhalb der Corydalis-Gruppe findet sich der Bärlauch zwischen den Mitgliedern wie unter anderem dem Buschwindröschen und der Frühlings-Knotenblume wieder. Wie der Bärlauch zeichnen sich diese Pflanzen dadurch aus, dass sie in einem Boden zu finden sind, der mäßig feucht oder auch feucht ist. Gleichzeitig ist hier ein gewisser Reichtum an Kalk im Boden gegeben.

Häufig ist die Pflanzen in verschiedenen Waldgesellschaften wie Ahorn- und Eschenmischwälder zu finden. Dies ist schon deshalb gegeben, da die Böden reich an Nährstoffen und Kalk sind. Die Standorte sollten unter anderem ein ozeanisches Klima vorweisen. In Mitteleuropa ist die Pflanze zwar nur vereinzelt zu finden, dann aber in großen Flächen.

Die Ausbreitung

Zur Ausbreitung dieser Pflanze tragen Tiere bei, an deren Füßen sich oftmals Teile des Lehmbodens anhaften. Darin befinden sich einige Samen vom Bärlauch. Ebenso kann fließendes Wasser, deren Verlauf durch Ahorn-Eschenwälder und Hartholz-Auwäldern führt, zur Ausbreitung beitragen. Eine Fläche von einem Quadratmeter an Bärlauch reicht schon für die Entwicklung von etwa 9000 Samen, die Kaltkeimer sind, jährlich. Zudem besitzen die Samen eine Keimdauer von etwa zwei Jahren und müssen dabei mindestens einmal durch den Frost. Dank der Vermehrung über die Zwiebeln, können innerhalb weniger Jahre sehr große Flächen mit Bärlauch entstehen. Wird diese Pflanze im Garten angebaut, dann sollte diese Fläche vereinzelt beschnitten werden. Beheimatet und entsprechend verbreitet ist der Bärlauch in Europa und im Norden von Asien.

Verschiedene Hinweise

Es ist möglich, dass der Bärlauch von Tieren als Nahrung genutzt wird. Die Blätter dieser Pflanze dienen den Tieren schädliche Larven zum minieren. Schon seit dem Mittelalter und sogar zu Zeiten der alten Germanen werden dem Bärlauch heilungsfördernde Eigenschaften nachgesagt. Unter anderem wird das Gewürz bei Störungen von Magen und Darm eingesetzt.

Wenn Bärlauch gesammelt wird, dann sollte dies nicht in Naturschutzgebieten oder an Naturdenkmälern geschehen. Dort ist das Sammeln dieser Pflanze nicht gestattet. Entsprechend des Bundesnaturschutzgesetzes gilt für den Bärlauch ein gewisser Mindestschutz. So einfach dürfen die Bestände der wilden Pflanzen nicht zu ihrem Nachteil beeinflusst werden. Sie dürfen allerdings für den privaten Gebrauch gesammelt werden. Für die gewerbliche Verwendung nach dem Sammeln ist jedoch die Genehmigung der zuständigen Behörde erforderlich. Wünschenswert wäre dabei eine schonende Ernte, wobei von einem Blatt pro Pflanze ausgegangen wird.

Der Zeit des Mittelalters entstammt möglicherweise auch der Name des Krautes, da Bären wohl einst nach einem Winter dieses Kraut zu erst zu sich nahmen.

Systematik der Pflanze

Zum ersten Mal veröffentlicht wurde der Name „Allium ursinum“ durch den Schweden Carl von Linné im Jahr 1953.

In der Küche

Als Gewürz-, Heil- und Gemüsepflanze ist Bärlauch schon seit langem ein Begriff gewesen. In den vergangenen Jahren hat die Pflanze wieder an Popularität gewonnen. Viele schätzen dabei an der Pflanze, dass diese als ganzes gegessen werden kann. In der Regel werden jedoch für die Zubereitung nur die Blätter genutzt. Gerade die Küche des Frühjahrs wird durch die Verwendung der Blätter als Gewürz oder als Gemüse bereichert.

Das Erhitzen von Bärlauch bringt allerdings erhebliche Nachteile mit sich, gibt es doch einen Verlust der Geschmacksstoffe und auch von Vitamin C, die besonders wertvoll sind. Außerdem wirkt sich die Hitze auf die schwefelhaltigen Stoffe aus, durch die der Geschmack und die Heilwirkung beeinflusst werden. Empfehlenswert ist es daher Bärlauch roh in Salaten und vielen weiteren Speisen zu genießen. Besonders lecker ist beispielsweise das recht einfach zuzubereitende Bärlauchpesto, das sich ideal mit Nudelgerichten und Kartoffeln ergänzt. Weitere interessante Gerichte sind die Bärlauchknödel sowie die Bärlauchsuppe.

Angenehm ist hierbei insbesondere der Geschmack, der wesentlich besser als der vom Knoblauch ausfällt. Zu den weiteren positiven Eigenschaften gehört die nicht so intensive Entwicklung von Körpergeruch, wie sie sonst üblich ist, wenn Lauch in Speisen enthalten ist.

Allgemeine Hinweise

Wer im Frühjahr im Wald spazieren geht, wird schnell bemerken, dass die Zeit vom Bärlauch beginnt. Schließlich zieht ein Duft, der ähnlich wie Knoblauch ist, durch die Wälder. In Abhängigkeit vom Wetter kann die Saison bereits Mitte Mai beginnen und bis in den Juni reichen. Bis die Blüte erfolgt ist, besitzen die Blätter einen starken Geschmack, den die Blätter allerdings nach der Blüte verlieren.

Im verschlossenen Glas können die Blätter, eingelegt in Olivenöl und Salz, des Bärlauchs mindestens 12 Monate lagern. Die lange Lagerzeit ist ideal, da in dieser Zeit der nächste Bärlauch gedeiht. Alternativ können die Blätter klein gehackt und eingefroren werden – oder aber sie werden getrocknet. So steht der Bärlauch als Gewürz für alle zwölf Monate zur Verfügung und ist ein Garant für leckere Speisen.

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